Kalkputz
Mit Kalkputz sind eigenartige
Sachverhalte verbunden. War
noch vor einigen Jahrzehnten,
abgesehen von bauphysikali-
schen Notwendigkeiten, der
Kalk zur Verkleidung der Wände
in Wohnräumen das Material der
Wahl, so ist mittlerweile dieser
Baustoff zu einem Exoten
geworden. Abfallprodukte wie
Gips oder Plastik ziehen in
Wohnungen ein. Kaum ein
Handwerker ist noch bereit,
geschweige denn in der Lage,
Kalk und Zuschlagstoffe zu
verrühren und zu verarbeiten.
Denn dazu bedarf es der
Erfahrung mit diesem Werkstoff.
Die Bauzeit verlängert sich,
Bauträger wünschen das nicht,
und der Preis wird vermeintlich in
die Höhe getrieben. Wenn trotz
dieser Widrigkeiten Kalk zum
Einsatz kommt, so wird ein
Gemisch mit Zusätzen aus
Zellulose, Kunstharzen usw.
verschmiert welches die
raumklimatischen Vorzüge des
Kalks zunichte machen. Bezahlt
wird mit Schimmel, Asthma,
ungemütlicher Luftfeuchtigkeit
und muffigen Schaumtapeten.
Bedenken Sie, dass ein Unterschied in den Auswirkun-
gen besteht, zwischen einem
Quantum Weichmacher in einem
Gerätegriff und der gleichen
Menge Gift verteilt auf 100
Quadratmeter Wand- und
Bodenfläche. Bessere Voraus-
setzungen zur Ausdünstung
können Sie einem Gift nicht
bereiten.